Arien ohne Vorhang. Helen Brecht und Alexander Maria Wagner
© Fabian Helmich
Aus der Lust heraus, das Genre des Chansons neu zu erkunden, entstand in den letzten Jahren ein Liederzyklus, der Stil und Potential dieser musikalischen Form neu auslotet und dabei an die Unterhaltungskultur der 1920er Jahre auf zeitgenössische Weise anknüpft. In ihrem Zyklus »Arien ohne Vorhang« experimentieren Helen Brecht und Alexander Maria Wagner unentwegt: Sie präparieren den Flügel mit Geldscheinen, funktionieren ihn zu einer Schreibmaschine um, morsen Sätze, lassen Töne und Silben im Hall des Flügels verklingen und Honigbienen auf den Saiten des Klaviers summen.
Das titelgebende Chanson Arien ohne Vorhang verwendet ein Anagramm, um allein aus den Buchstaben der »Vorahnung« eine Vorahnung in Musik zu codieren. Brechts Texte geben einer aktuellen Lebensrealität, die auf vielfache Weise disparat ist, Ausdruck. Ihre Texte oszillieren zwischen Stagnation und Aufbegehren, zwischen intensiver Verinnerlichung und exzessivem Veräußerlichen.
Die Librettistin performt als Chansonette, der Komponist spielt das Klavier.
Programm
I. Thunfisch-Song
II. Blaupause
III. Reparatur
IV. Arien ohne Vorhang
V. Vergissmeinnicht
VI. Sommerkind
VII. Chopins Herz
VIII. Honigschnitte
Über die Künstler/-innen
Helen Brecht: Text / Stimme / Konzept
Helen Brecht ist Sprachkünstlerin und lebt in Köln. Sie schreibt poetische Texte für Komposition, Sound Art, Performances und Installationen. Ihre Textarbeiten nehmen oft die Fragilität von Identität und Körper als Ausgangspunkt.
Brechts Arbeiten waren u. a. im FFT Düsseldorf, der Galerie b12 Bottrop, dem Beethovenfest Bonn und auf dem Kölner Kongress des dlf zu sehen und zu hören. Internationale Kollaborationen brachten ihre Texte nach Wien (EUNIC Musikfestival, Alexander M. Wagner) oder Istanbul (Sanatorium, Didem Erbaş).
Sie verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alexander Maria Wagner, der Regisseurin Marlin de Haan und der Choreografin Tanja Kodlin. Mit dem Medienkünstler und Programmgestalter Jascha Sommer gründete und kuratierte sie 2021 die »Reihe zur Zeitgenössischen Vortragskunst«.
Nach dem MA Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen) und dem MA Performance Dramaturgy (Kunstakademie Zagreb, Erasmus) studierte sie postgraduiert Literarisches Schreiben (KHM Köln). Derzeit promoviert sie und arbeitet als Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der RUB Bochum.
Alexander Maria Wagner: Komposition / Klavier / Konzept
ALEXANDER MARIA WAGNER (*1995) studierte Komposition und Klavier bei Tristan Murail, Franz Hummel und Kenneth Hesketh sowie Klavier bei Pavel Gililov und Theodor Breu an der Universität Mozarteum Salzburg und am Royal College of Music in London.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn neben zahlreichen Auftritten in Deutschland (Herkulessaal und Gasteig München, Beethoven-Haus und Beethovenfest Bonn, Regentenbau Bad Kissingen u.w.) auch nach Österreich, Italien, Frankreich, Tschechien, England, Rumänien, Aserbaidschan, in die Schweiz und die USA. Namhafte Rundfunk- und Fernsehanstalten wie der BR, WDR, Deutschlandradio Kultur, 3Sat oder der ORF sendeten Portraits. 2018 gab er sein Debüt mit der Jenaer Philharmonie und Beethovens 3. Klavierkonzert; kurz zuvor erschien seine Einspielung von Tschaikovskys 1. Klavierkonzert mit dem Radiosinfonieorchester Moskau. In der Saison 25/26 gastiert Wagner in mehreren Sälen mit Bachs Goldberg-Variationen und seinen Klavierstücken Rhapsotüde und Miniaturen über Mohn.
Bereits mit 14 Jahren komponierte er seine Erste Sinfonie Kraftwerk, die vom Sofia Philharmonic Orchestra eingespielt wurde. 2017 spielte das Radiosinfonieorchester Moskau auch seine Zweite Sinfonie ein. Das Stück wurde von der English National Ballet School in London als Musik für eine neue Choreographie gewählt; 2023 strahlte auch der Österreichische Rundfunk (OE1) das vielbeachtete Orchesterwerk aus. Für viele seiner Kompositionen (Triptychon, Rosendorn, Käfer töten) schreibt er eigene Texte. Seit Jahren verbindet ihn auch eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit der Autorin Helen Brecht (Arien ohne Vorhang; Traum einer Maschine u.w.). Derzeit arbeitet er an einem Streichquartett, dem Stück Octocorallia für Vokal-Oktett und japanisches Klangspiel und an einer neuen Oper. Seine Werke werden bei der Universal Edition Wien verlegt.
Tickets
VVK: 18 Euro/erm. 10 Euro zzgl. Kassengebühren
Konzertkasse Gerdes / 040 – 44 02 98 / Alle Vorverkaufsstellen
Abendkasse: 20 Euro/erm. 12 Euro
Ermäßigung hat ihre Gültigkeit für Studenten und Menschen mit Behinderungen und Sozialhilfeempfänger unter Vorlage des entsprechenden Nachweises. Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.
Reservierung:
per E-Mail info@tsaal.de
Deutsch
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